Martin Bernhard

Rechtsanwalt

Kosten für Anwalt für Verkehrsrecht

Der folgende Artikel behandelt, welche Kosten bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts im Verkehrsrecht entstehen. Oft wird aus Kostengründen von der Beauftragung eines Anwalts abgesehen. Dabei wird der Geschädigte gerade im Verkehrsrecht häufig gar nicht mit Kosten belastet. Im Regelfall hat nämlich die Versicherung des Schädigers die Kosten, die durch die Beauftragung eines Rechtsanwalts entstehen, zu tragen.

Kosten bei der Beauftragung eines Rechtsanwalt im Verkehrsrecht

Welche Kosten erwarten mich, wenn ich bei einer verkehrsrechtlichen Streitigkeit einen Rechtsanwalt beauftrage?

Im Verkehrsrecht muss hierbei unterschieden werden ob,  

  • es um Schadensersatzansprüche und/oder Schmerzensgeld geht oder
  • ob es um eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat geht?

Schadensersatzansprüche und/oder Schmerzensgeld

Hat der Gegner den Unfall allein verursacht, so tragen er und seine Haftpflichtversicherung auch die Rechtsanwaltskosten.

Trifft Sie hingegen die Alleinschuld, dann treffen Sie grds. – falls Sie über keine (Verkehrs-) Rechtsschutzversicherung verfügen und nicht prozesskostenhilfeberechtigt sind – auch die Kosten.

Trifft Sie eine Teilschuld, so müssen Sie entsprechend der Quotelung die Kosten tragen.

Die Frage der Mitschuld kann auch in einem kostengünstigen Erstberatungsgespräch geklärt werden.

Wie errechnen sich die Rechtsanwaltskosten bei Schadensersatzansprüchen oder Schmerzensgesld

Der Rechtsanwalt ist grundsätzlich bei der Abrechnung seiner Tätigkeit an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gebunden.  Die Kosten bemessen sich nach dem Gegenstandswert und der durch den Anwalt zu verrichtenden Tätigkeit. Der

Gegenstandswert ist beispielsweise bei einem Verkehrsunfall der streitgegenständliche Schadensposten. Anhand dieses Betrages lässt sich aus der Gebührenwerttabelle entnehmen, welche Summe der Rechtsanwalt – für eine Geschäftsgebühr – ansetzen darf. 

Bei der tätigkeitsbezogenen Gebühr ist danach zu fragen, wie weit der Anwalt zu gehen hat. Bezahlt der Gegner sofort, so fällt lediglich eine Geschäftsgebühr (1,3) und eine Verfahrensgebühr (0,65 [unter Anrechnung]) an (in Summe 1,95). Geht der Streit vor Gericht, so fällt auch noch eine Termingebühr (1,2) an (In Summe 3,15).

Multipliziert man nun die Geschäftsgebühr mit der tätigkeitsbezogenen Gebühr, so kommt man auf den Rechnungsbetrag.

Wie errechnen sich die Rechtsanwaltskosten im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

Bei der Berechnung ist wiederum nach der exakten Tätigkeit zu fragen. Je früher das Verfahren beendet ist, desto weniger Gebühren fallen an. Daher gibt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz nur Mindest– und Höchstbeträge vor. Setzt man eine Mittelgebühr an, so kann man in der Regel von folgenden Gebühren ausgehen.

Strafsachen 1. InstanzVVGebührenrahmenMittelgebühr
Grundgebühr410044,00 – 396,00 €220,00 €
Vorbereitendes Verfahren410444,00 – 319,00 €181,50 €
Verfahrensgebühr 1. Instanz410644,00 – 319,00 €181,50 €
Terminsgebühr410877,00 – 528,00 €302,50 €
Zusatzgebühr (evtl.)414144,00 – 319,00 €181,50 €

Wann fallen Gebühren an?

Dann, wenn der Anwalt -nach Anfrage– sich bereit erklärt, die Rechtsfrage des Mandanten zu beantworten.  Zu diesem Zeitpunkt fällt mindestens eine Erstberatungsgebühr an.

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